Pressemitteilung des DRK zu den neuen Türen im Wohnzimmer

Staufenberg-Daubringen, 13. Oktober 2026

Wohnzimmer-Kulturcafé Daubringen

Neue Türen für Kultur und Begegnung in Daubringen

 

 

In Staufenberg-Daubringen betreibt der DRK-Kreisverband Marburg-Gießen e. V. die Kindertagesstätte „Henrys kleine Forscher“ mit angegliedertem Familienzentrum. Ein besonderer Ort der Begegnung ist das ebenfalls dort angesiedelte „Wohnzimmer-Kulturcafé Daubringen“. Hier kommen Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen, um Kultur zu erleben, sich auszutauschen und Gemeinschaft zu gestalten.

 

Getragen wird das Kulturcafé vom Verein IM-PULS Kulturpolitischer Arbeitskreis Staufenberg e. V., der mit großem ehrenamtlichem Engagement ein vielfältiges kulturelles und gesellschaftliches Angebot ermöglicht. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem DRK ist dabei von besonderem Wert. Gemeinsam schaffen sie Raum für Begegnung, gesellschaftliche Teilhabe und demokratisches Miteinander.

 

Damit das Kulturcafé künftig noch vielseitiger und unabhängig vom laufenden Kita-Betrieb genutzt werden kann, wurden die räumlichen Voraussetzungen durch den Einbau einer neuen Glasabtrennung zum angrenzenden Treppenhaus gezielt verbessert.

 

Ein lebendiger Treffpunkt für alle Generationen

Das Wohnzimmer-Kulturcafé hat sich längst zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Daubringen entwickelt. Ob Familien, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren oder örtliche Vereine – hier finden Menschen unterschiedlichster Interessen und Altersgruppen einen offenen Raum für Begegnung, gemeinsame Aktivitäten und eigene Veranstaltungen. Regelmäßige Gruppentreffen, musikalische Angebote und kreative Aktivitäten fördern den Austausch und stärken das Miteinander vor Ort.

 

Auch kulturell hat das Wohnzimmer einiges zu bieten: Jedes Jahr finden ca. 40-50 Veranstaltungen statt. Das Programm reicht dabei von Konzerten, Musicals und Varieté über Theateraufführungen für Kinder und Erwachsene bis hin zu Lesungen, Filmvorführungen, Multimediashows, Vorträgen und Ausstellungseröffnungen.

Besonders beliebt sind Veranstaltungsformate, die unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen miteinander verbinden und zum gemeinsamen Austausch einladen. Viele der beteiligten Künstlerinnen und Künstler stammen aus der Region Gießen und tragen dazu bei, die regionale Kulturszene zu stärken.

 

Wie aus einer Idee ein Ort der Gemeinschaft wurde

Noch vor rund zehn Jahren waren die Möglichkeiten für Begegnung und kulturellen Austausch in Staufenberg-Daubringen mit seinen rund 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern begrenzt. Die letzte Gaststätte hatte geschlossen, traditionelle Dorffeste konnten von den örtlichen Vereinen zunehmend nicht mehr organisiert werden und auch Angebote für ältere Menschen waren weggefallen. Ein regelmäßiges, öffentlich zugängliches Kulturangebot fehlte. Wer kulturelle Veranstaltungen besuchen wollte, musste dafür häufig in die umliegenden Städte fahren.

Mit der Eröffnung des Familienzentrums im Jahr 2020 entstand die Chance, einen neuen Mittelpunkt für das gesellschaftliche Leben im Ort zu schaffen. Trotz der Herausforderungen während der Coronapandemie entwickelte sich daraus das Wohnzimmer-Kulturcafé – getragen vom Verein IM-PULS und unterstützt durch die Stadt Staufenberg und das DRK.

 

Bis heute lebt das Kulturcafé vom außergewöhnlichen Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher. Ihr Engagement geht weit über die Organisation von Veranstaltungen hinaus: Sie haben einen Ort geschaffen, an dem gegenseitige Wertschätzung, Solidarität und Freundschaft gelebt werden. Dieses Gemeinschaftsgefühl bildet das Fundament für den langfristigen Erfolg des Projekts.

 

Dass dieses Engagement auch über die Ortsgrenzen hinaus Anerkennung findet, zeigen mehrere Auszeichnungen. Im Jahr 2023 belegte das Wohnzimmer-Kulturcafé den ersten Platz beim Förderpreis Kulturregion des Landkreises Gießen. Im selben Jahr wurde es beim landesweiten Wettbewerb „Aktion Generation – lokale Familien stärken“ des Hessischen Sozialministeriums mit dem dritten Platz ausgezeichnet.

 

Mehr Ruhe für Kultur, Austausch und Begegnung

Die gemeinsame Nutzung des Gebäudes durch die Kindertagesstätte, das Familienzentrum und das Kulturcafé bringt viele Vorteile mit sich, stellt aber auch besondere Anforderungen an die räumlichen Gegebenheiten.

Während des Kita-Alltags herrscht im Haus naturgemäß ein lebendiger Betrieb. Kinder nutzen den Bewegungsraum, der über das angrenzende Treppenhaus erreichbar ist, Eltern bringen ihre Kinder oder holen sie ab und auch die regelmäßigen Reinigungsarbeiten gehören zum täglichen Ablauf.

 

Bislang war das Wohnzimmer-Kulturcafé durch drei große, offene Durchgänge mit dem Treppenhaus verbunden. Da eine bauliche Abtrennung und ein entsprechender Schallschutz fehlten, übertrugen sich Geräusche und Hall nahezu ungehindert in den Veranstaltungsraum.

Insbesondere ruhigere Angebote wie Lesungen, Schreibwerkstätten, Deutschlernangebote, Beratungsgespräche oder kleinere Besprechungen konnten dadurch nur eingeschränkt stattfinden. Um das Kulturcafé langfristig noch besser und vielseitiger nutzen zu können, war eine Verbesserung der räumlichen Situation erforderlich.

 

Eine Glasabtrennung schafft neue Möglichkeiten

Mit dem Einbau einer festen Glasabtrennung einschließlich entsprechender Türen zwischen dem Treppenhaus und dem Wohnzimmer-Kulturcafé wurde eine wirkungsvolle Lösung geschaffen.

Die neue Abtrennung reduziert die Übertragung von Geräuschen aus dem angrenzenden Treppenhaus und ermöglicht damit eine deutlich ruhigere Atmosphäre im Kulturcafé. Gleichzeitig bleibt durch die großzügigen Glasflächen der natürliche Lichteinfall erhalten, sodass der offene und einladende Charakter des Raumes bewahrt wird.

 

Davon profitieren sowohl die Besucherinnen und Besucher als auch die Ehrenamtlichen, die das vielfältige Angebot gestalten. Ruhigere Veranstaltungen, Workshops, Beratungsgespräche und Gruppentreffen lassen sich nun besser mit dem laufenden Betrieb der Kindertagesstätte vereinbaren.

Die bauliche Umsetzung erfolgte durch die Schreinerei Römer aus Buseck. Bereits unmittelbar nach dem Einbau ist die Verbesserung der räumlichen Situation deutlich wahrnehmbar.

 

Mit dieser Maßnahme wurde nicht nur der Schallschutz verbessert, sondern zugleich ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung des Kultur- und Begegnungsangebots in Daubringen geleistet.

 

Förderung stärkt das kulturelle Leben im ländlichen Raum

Die Umsetzung des Projekts „Verbesserung des Freizeit- und Kulturangebots ‚Wohnzimmer-Kulturcafé Daubringen‘ durch Schallschutzmaßnahmen“ wurde durch öffentliche Fördermittel ermöglicht.

Die Förderung erfolgte im Rahmen der Richtlinie zur Förderung der ländlichen Entwicklung (Regionalentwicklung/LEADER). Die hierfür bereitgestellten Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sowie vom Land Hessen.

Die GAK-Förderung erfolgt aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Ansprechpartner für die Fördermaßnahme war der Lahn-Dill-Kreis.

 

Die Investition zeigt beispielhaft, wie durch gezielte Unterstützung bestehende Begegnungsorte im ländlichen Raum gestärkt und nachhaltig weiterentwickelt werden können.

 

Das Wohnzimmer-Kulturcafé Daubringen bleibt damit, was es von Anfang an sein sollte: ein offener Ort für alle Generationen, an dem Kultur verbindet, Gemeinschaft wächst und ehrenamtliches Engagement das gesellschaftliche Leben bereichert.

 

Füreinander da. Miteinander stark.